Fischlexikon Nase
Fischlexikon: Nase
Nase

lateinisch: Chondrostoma nasus

Trivialnamen

 

Systematik

 

Beschreibung

Am Körper der Nase fällt die weit vorragende, stumpfe Schnauze auf. Die quer verlaufende Mundspalte ist unterständig und hat eine scharfkantige, hornige Unterlippe. Die Rückenflosse hat 12, die Afterflosse 13 bis 14 Strahlen. Schuppen: 50 bis 62 mittelgroße Schuppen liegen entlang der Seitenlinie. Der Rücken hat eine graublaue bis graugrüne Farbe und glänzt metallisch. Die Flanken sind silberglänzend. Der gelblichweiße Bauch zeigt zur Laichzeit einen rötlichen Schimmer. Brust- und Bauchflossen, sowie die Afterflosse sind gelblichrot bis violett gefärbt. 

Flossenformel

 

Lebensraum

Die Nase kommt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas, besonders häufig aber im Rhein- und Donaugebiet vor. Sie fehlt in Skandinavien, Großbritannien, Irland, Italien, Südfrankreich, sowie auf der Pyrenäenhalbinsel. Die Nase ist ein gesellig lebender Grundfisch in schnell fließenden Gewässern mit Sand- und Kiesgrund (Äschen- und Barbenregion). Sie leben in den schnell strömenden Abschnitten der Flußmittelläufe, können sich aber auch an das Leben im stehenden Wasser verschiedner Staubecken anpassen. Die Nasen bilden große, oft mehrere hundert Tiere zählende Schwärme, die vom Ufer aus oft gut auszumachen sind.

Nahrung

Pflanzliche Stoffe und vor allem Algen sind die bevorzugte Nahrung, aber auch am Gewässergrund lebende Kleintiere werden verzehrt. Beim Sammeln der Nahrung am Grund (schaben mit Hilfe ihrer rauen hornigen Unterlippe den Aufwuchs, sowie die darin lebenden Kleintiere, vom Boden ab) drehen sich die Fische häufig auf die Seite und verraten sich durch das Aufblitzen ihrer Silberflanken.

Alter / Grösse

Die Nase wird ca. 15 bis 20 Jahre alt. Die Durchschnittsgröße liegt bei 30 cm. Größere Exemplare erreichen eine Länge über 50 cm und ein Gewicht von über 2 kg.

Laichzeit

Zur Laichzeit (März bis Mai) ziehen die Fische in großen Schwärmen flußaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein, um über flachen, kiesigen Bereichen abzulaichen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die ca. 1,5 mm großen Eier (20.000 bis 100.000 Eier / Weibchen) am Kies angeklebt. Anschließend wandern die Elterntiere wieder in ihre angestammten Reviere zurück.

Sonstiges

Die Nase zählt zu den gefährdeten Fischarten. Gegenüber Verschmutzungen verschiedenster Art reagiert sie empfindlich und kann deshalb als Indikator für gute Wasserqualität bezeichnet werden. In einigen Gewässern kommt die Nase mit der Zährte vor, die eine ähnlich ausgesprägtes oberständiges Maul hat. Bei der Zährte ist der Oberkiefer aber deutlich dunkel gefärbt (Rußnase) und sie hat keine roten Flossen. Fisch des Jahes 1995.