![]() Rotauge
lateinisch: Rutilus rutilus Trivialnamen
Plötze, Schwal. Systematik
Beschreibung
Das Rotauge, auch als Plötze oder Schwal bekannt, gehört der Familie der Kapfenfische (Cyprinidae) an. Sie hat einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper und im Gegensatz zur Rotfeder (mit der sie oft verwechselt wird), sind Bauch- und Rückenflosse auf einer Höhe (bei der Rotfeder ist die Bauchflosse leicht vorgezogen). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist da Maul, das bei der Plötze unterständig und bei der Rotfeder leicht oberständig ist. Die Flanken sind silbern mit leicht gelblichem Schimmer, die Oberseite ist grünlich, die Bauchseite weiß bzw. während der Laichzeit auch oft leicht rötlich. Augen und Flossen sind ebenfalls rot. Flossenformel
Lebensraum
Das Rotauge kommt von Sibirien bis zu den Pyrenäen vor. Es fehlt südlich der Alpen, in West-Schweden, in Norwegen nördlich des Mjösen und in Irland. Das Rotauge ist die häufigste heimische Fischart. Das Rotauge bewohnt, als eine äußerst anpassungsfähige (euryöke) Fischart, nahezu alle Arten von Gewässern. Seen bis über 1000 m Höhe, stehende und fließende Gewässer, sowie das Brackwasser von Nord- und Ostsee. Lediglich Gewässer mit stärkerer Strömung (Forellenregion) und Hochgebirgsseen werden gemieden. Rotaugen sind Schwarmfische, die sich bevorzugt in flachen, ruhigen und pflanzenreichen Uferbereichen aufhalten. Nahrung
Sie fressen vorwiegend Kleintiere (Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) aber auch Wasserpflanzen. Alter / Grösse
Das Rotauge kann bis zu 12 Jahre alt werden. Die Durchschnittsgröße liegt bei 15 bis 20 cm, das durchschnittliche Gewicht bei 200 g. Unter günstigen Lebensbedingungen kann es über 50 cm lang und über 4 kg schwer werden. Laichzeit
Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai bei einer Wassertemeratur von mindestens 10° C. Teilweise werden auch kurze Wanderungen flußaufwärts zu den Laichplätzen, flachen und krautreichen Uferbereichen, unternommen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die gelblichen ca. 1 bis 1,5 mm großen, klebrigen Eier (25.000 bis 1.000.000 Eier je kg Gewicht) an Pflanzenstengeln, Wurzeln oder Steinen abgelegt. Sehr fruchtbarer Fisch, kann ein Gewässer in kurzer Zeit regelrecht "überrennen". In regulierten Gewässern sind die Fische imstande, in freien strömenden Gewässerabschnitten zu laichen. Werden mit 2 bis 3 Jahren bereits geschlechtsreif. Zur Laichzeit bekommt das Rotauge einen körnigen Laichausschlag. Rotaugen wachsen langsam. Fische von 20 cm sind ca. 10 jahre alt. Sonstiges
Das Rotauge ist in der Lage, sich unterschiedlichen Lebensbedingungen anzupassen und fremde Lebensräume zu besiedeln (z. B. künstliche Kanäle, Hafenbecken). Sind in einem Gewässer wenige natürliche Feinde vorhanden, vermehren sich die Rotaugen sehr stark. Das führt zu verbutteten Beständen, die Rotaugen werden dann selten schwerer als 100 g. Kapitale Exemplare findet man nur in Gewässern mit einem guten Raubfischbestand. |
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