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Schleie
lateinisch: Tinca tinca Trivialnamen
Systematik
Beschreibung
Die zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) gehörende Schleie hat eine längliche und kräftige Körperform. Die Haut ist dick und mit vielen Schleimzellen belegt. Die Schuppen sind sehr klein. Der Rücken ist olivgrün oder braun, meist mit goldfarbenem Schimmer. Die Seiten und der Bauch sind heller und glänzen messingfarben. Die Iris der relativ kleinen Augen ist rotbraun. Das Maul isr rüsselartig vorstülpbar und mit zwei kurzen Barteln ausgestattet. Flossenformel
D 3-4 / 8-9, A 3 / 6-8 Lebensraum
Die Schleie ist im größten Teil Europas mit Ausnahme von Griechenland, Schottland und Nordskandinavien verbreitet. Sie kommt auch im Brackwasser und in den Alpen bis zu 1600 m über NN vor. Die Schleie bewohnt langsam fließende, weichgründige Gewässer (Brassenregion) sowie flache, warme und krautreiche Seen (Hecht-Schleisee). Hier hält sie sich tagsüber am Grund zwischen dichten Pflanzenbeständen auf und wird erst in der Dämmerung aktiv. Die Schleie ist ursprünglich in Naturgewässern mit weichem Boden und genügend Pflanzenbewuchs beheimatet. Schleien leben im unteren und mittleren Abschnitt von Flüssen, in Teichen, Weihern, Staussen und an anderen geeigneten Orten. Sie vertragen auch das schwach salzige Wasser der östlichen Ostsee. Ihr Lebensraum ist der Gewääserboden. Die Schleie ist ein richtiger Überlebenskünstler. Bei Temperaturen über 30 Grad fällt die Schleie in ein Hitzekoma und vergräbt sich im Schlamm. So kann sie selbst eine kurze Austrocknung ihres Gewässers überleben und ist in der Lage mehrere Monate zu hungern. Nahrung
Die Schleie ernährt sich vorwiegend von kleinen bodenlebenden Wirbellosen (Insektenlarven, Schnecken, Muscheln) sowie gelegentlich auch von Pflanzen. Im Winter stellt sie die Nahrungssuche ein und zieht sich an tiefen, schlammigen Stellen zurück. Alter / Grösse
Schleien können über 20 Jahre alt werden. Die Durchschnittsgröße der Schleie liegt zwischen 30 bis 45 cm. Bei entsprechendem Nahrungsangebot können sie aber auch bis zu 70 cm lang werden und ein Gewicht von bis zu 7,5 kg erreichen. Laichzeit
Die Laichzeit fällt in die Monate Mai bis Juli, bei einer Wassertemperatur von 18 bis 20° C. Die Fische schließen sich vorher zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs auf. Hier werden die ca. 1 bis 1,4 mm großen, klebrigen Eier (300.000 bis 900.000 / Weibchen - 125.000 je kg Körpergewicht) abgelegt. Diese heften sich an Wasserpflanzen an. Die Eiablage erfolgt portionsweise im Abstand von 2 Wochen und kann sich über 2 Monate erstrecken. Die Brut schlüpft nach 4 bis 5 Tagen und zehrt noch einige Zeit aus den Dottersäcken. Schleien wachsen langsam und sind mit 3 Jahren erst ca. 25 cm groß. Geschlechtsreif werden sie mit ungefähr 4 Jahren. Sonstiges
Es ist möglich, das Geschlecht anhand der Bauchflossen zu bestimmen. Männliche Schleien haben sehr große, löffelförmige Flossen, während die der Weibchen langer, spitzer und eher dreieckig sind. Schleien zeichnen sich auch durch ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoffmangel und saures Moorwasser aus. Als äußerst anpassungsfähige Art verträgt sie sowohl niedrigste Sauerstoffgehalte als auch hohe pH-Werte und fühlen sich sogar im Sommer in abgestandenem Wasser wohl. Sie wachsen viel langsamer als Karpfen und erreichen erst nach 3 Jahren ein Gewicht von 200 bis 300 g. Die Schleien haben sogar Futtertiere, welche nach ihnen benannt sind, die Schleienschnecke Bythinia tentaculata. Fisch des Jahres 2007. |
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