Fischlexikon Strömer
Fischlexikon: Strömer
Strömer

lateinisch: Leuciscus souffia agassizi

Trivialnamen

 

Systematik

 

Beschreibung

Der Körper ist schlank und gestreckt, im Querschnitt wenig abgeflacht, der Kopf ist klein. Die Rückenflosse ist metallisch blau, die Flanken sind silbrig und die vollständige Seitenlinie gelblich(orange eingefaßt. In der Laichzeit zieht sich bei den Milchnern ein dunkelviolettes bis rotes Flankenband vom Auge bis zur Schwanzflosse entalge der Seitenlinie. Er entwickelt einen Laichsausschlag an Kopg und Kiemendeckel. Die Flossen sind leicht gelblich, der Flossenansatz orangefarben.

Flossenformel

 

Lebensraum

Der Strömer kommt in Baden-Württemberg im Rhein- und Bodenseegebiet, sowie im Neckarsystem vor. Im Bodenseegebiet gilt die Art als gefährdet, in den beiden anderen Verbreitungsgebieten als vom Aussterben bedroht. Der Strömer benötigt strukturreiche Fließgewässer mit einer vregleichsweise guten Wasserqualität. Er besiedelt Bereiche, die durch schnellfließende und ruhige Abschnitte, sowie durch adäquate Seitengewässer gekennzeichnet sind. Während sich die Fische im Sommer zu kleinen Trupps zusammenschließen, bestehen die Schwärme im Winter oft aus Hunderten von Individuen. Im Sommer halten sich die juvenilen Strömer in Gewässerstrecken mit relativ geringer Wassertiefe über heterogenem Substrat auf. Im Winter ziehen sie sich in tiefere, strukturreiche Kolke zurück. Die Adulten halten sich in mittleren Wassertiefen über Kies und Sand auf. Als Ruhezonen werden langsam durchflossenen Kolke aufgesucht. Im Winter finden sich die Fische dagegen fast ausschließlich in reich strukturierten Kolken.

Nahrung

Der Strömer ernährt sich von Bodentieren und tierischem Plankton, vermag aber auch dicht über der Wasseroberfläche fliegende Insekten im Sprung zu erbeuten.

Alter / Grösse

Der Strömer wird bis zu 3 Jahre alt. Die Durchschnittsgröße liegt bei 15 cm, Längen bis 25 cm sind möglich. Das Durchschnittliche Gewicht liegt bei 60 g, das Höchstgewicht bei 115 g.

Laichzeit

In den Monaten März bis Mai erfolgt das Ablaichen der 5000 bis 8000 Eier je Weibchen in schnell fließendem, flachen Wasser über Kies, bei Temperaturen von 10 bis 12° C. Als Substrat wird Mittel- bis Grobkies mit einer Korngröße von 2 bis 3 cm bevorzugt. Bereiche mit zugesetztem Lückensystem (Interstitial) werden gemieden. In dieser zeit ist besonders beim Männchen das dunkelviolette, schillernde Längsband gut ersichtlich. Die Eier sinken in das Interstitial des kiesigen, gut durchströmten Substrates ein. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven weiter in das Substrat vor, bis zu 30 cm. Aufgrund ihrer relativ hohen Ansprüche an die Wasserqualität benötigen Strömer eine Sauerstoffsättigung von nahezu 100%.

Sonstiges

Durch unterschiedliche Ansprüche seiner verschiedenen Altersstadien ist der Strömer auf kleinräumig, reich strukturierte Gewässer angewiesen. Querbauwerke verhindern die zum Erreichen der Teillebensräume notwendigen Wanderungen und fördern die Verschlammung der für das Laichgeschäft wichtigen umlagerungsfähigen Kiesbänke. Zum Schutz des Strömers ist daher die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer von großer Bedeutung. Weiterhin sind eine natürliche Gewässerdynamik, die kleinräumig strukturierte Gewässerabschnitte begünstigt, sowie die Vermeidung von Gewässerverschmutzung notwendig, um das Überleben des Strömers zu gewährleisten. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Schneider (Alburnoides bipunctatus), der jedoch eine viel längerere Afterflosse aufweist und mit der Hasel, der aber einen längeren Kopf und nicht die angesprochenen Färbungsmerkmale besitzt.