Fischlexikon Wels
Fischlexikon: Wels
Wels

lateinisch: Silurus glanis

Trivialnamen

Waller

Systematik

 

Beschreibung

Der Körper ist lang gestreckt, vorne im Querschnitt rund, hinter dem Aftzer seitlich abgeflacht. Der Kopf ist sehr groß, breit und flach. Die Mundspalte ist endständig und sehr breit, innen mit zahlreichen, nach hinten gekrümmten "Hechelzähnen" besetzt. 1 Paar sehr langer Barteln seitlcih am Oberkiefer, 2 Paar kürzere Barteln an der Kopfunterseite. Die Augen sind sehr klein. Schuppen fehlen vollständig, Seitenlinie komplett, schleimiger Körper. Die Rückenflosse ist extrem kurz, die Afterflosse und der Schwanzstiel stark verlängert. Die Schwanzflosse sehr klein. Er besitzt keine Fettflosse, der vordere Brustflossenstrahl ist an der Spitze und Hinterkante gesägt, die Rückenfärbung ist meist schwärzlich-blau, braun oder grünlich, die Flanken sind heller mit dunkler Marmorierung, die Bauchseite ist schmitzigweiß ind schimmert rötlich. 

Flossenformel

Rückenflosse: 3-5
Afterflosse: 84-92
Brustflosse: 15-18
Bauchflosse: 11-13 

Lebensraum

Der (europäische) Wels kommt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas, im Brackwasser der Ostsee und im Schwarzen Meer vor. Die bekannten Welsvorkommen in Spanien sind (illegaler) Besatz, dort kam er nie natürlich vor. Der Wels bewohnt bevorzugt große, warme Seen und tiefe, langsam fließende Flüsse mit weichem Bodensubstrat. Er ist ein ausgesprochen dämmerungs- und nachtaktiver, bodenorientierter Raubfisch, der sich tagsüber in Verstecken am Grund aufhält. Sie leben mit Vorliebe im tiefen Wasser, unter Wehren, in Bodenlöchern oder versteckt im Wurzelgeflecht alter Bäume. Sie werden auch in Fischteichen gehalten. Im Winter ziehen sich die Welse in größere Tiefen zurück, wo sie die kalte Jahreszeit inaktiv überdauern.

Nahrung

Der Wels ernährt sich von Würmern, Schnecken, Insekten, Krebsen und Fischen, sowie mit zunehmender Größe auch von Fröschen, Mäusen, Ratten und Vögeln. Er jagt hauptsächlich am Grund und spürt mit den Barteln seine Beute in den teilweise schlammigen Untergründen auf. Mit den empfindlichen Barteln registriert er kaum meßbare elektrische Felder der Beutetiere und kann diese so gezielt orten und aufspüren.

Alter / Grösse

Der Wels kann über 50 Jahre alt werden. Die Durchschnittgröße liegt bei 100 bis 150 cm, die Gewichte betragen dann ca. 15 kg. Längen bis 5 m oder Gewichte bis zu 300 kg sind möglich (in Osteuropa). In Deutschland beträgt das bisherige Rekordgewicht 82 kg.

Laichzeit

Die Laichzeit fällt in die Zeit von Mai bis Juni bei Temeraturen von mindestens 18° C. An flachen, pflanzenbewachsenen Uferbereichen wird eine Art "Nest" angelegt. In dieses werden die ca. 2 bis 3 mm großen, klebrigen Eier (ca. 30.000 pro kg Körpergewicht, bis 500.000 Eier) abgelegt. Das Gelege wird anschließend vom Männchen bewacht und gepflegt. Die Brut, sie schlüpft nach ca. 3 Wochen, ernährt sich in der ersten Zeit von Bodenorganismen. Die jungen Welse werden mit 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif.

Sonstiges

Verwechslungsarten: Der Aristoteles Wels (S. aristotelis) besitzt 1 statt 2 Paar Barteln an der Kopfunterseite, die lokal in Europa eingebürgerten Zwergwelse (ictalurus spp.) besitzen 1 Paar zusätzliche Barteln an der Kopfoberseite, eine Fettflosse und eine viel kürzere Afterflosse.